FAQ

Fragen rund um das Thema Interim Management

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Was ist Interim Management?

Interim Management bedeutet die Übernahme von exekutiver Verantwortung für eine zeitlich befristete Aufgabe. Neben langjähriger Berufserfahrung und Kenntnissen im Projektmanagement verfügen erfolgreiche Interim Manager über eine überdurchschnittliche Kommunikationsstärke, die es ihnen ermöglicht, in sehr kurzer Zeit das Vertrauen des Managements und der Mitarbeiter im Einsatz-Unternehmen zu gewinnen. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung von meist komplexen Aufgaben.

Interim Manager verlassen das Unternehmen wieder – im Durchschnitt nach neun Monaten, sobald das definierte Projekt abgeschlossen oder ein Nachfolger in Festanstellung gefunden ist.

Was ist der Unterschied zur Beratung?

Interim Management ist die zeitlich befristete Übernahme von Managementfunktionen im Rahmen von Projekten oder bei Vakanzen. Der Projektstart erfolgt zumeist (sehr) kurzfristig, der Interim Manager bzw. die Interim Managerin verlassen das Unternehmen wieder nach Abschluss des Projektes bzw. nachdem ein Stelleninhaber für die Festbesetzung gefunden ist.

In welchen Situationen macht Interim Management Sinn?

  • Projekte: Der klassische Interim Management-Fall: Ein Manager wird benötigt, aber nur für ein von vornherein zeitlich begrenztes Vorhaben. Beispiel: Die Produktion an einem Standort soll geschlossen und an einen anderen verlagert werden. Dieses Vorhaben erfordert spezielle Kenntnisse, über die ein Interim Manager verfügt, der bereits Verlagerungen für andere Unternehmen erfolgreich durchgeführt hat. Die eigene Mannschaft verfügt über diese Kenntnisse in der Regel nicht und es lohnt sich auch nicht, angesichts der Einmaligkeit dieses Vorhabens, für das eigene Unternehmen dieses Know-how intern aufzubauen. 
  • Dringlichkeit: Eine Position muss sofort besetzt werden („Feuerwehreinsatz“). Beispiel: Der Geschäftsführer einer ausländischen Tochtergesellschaft wurde wegen „Unregelmäßigkeiten“ von einem Tag auf den anderen entlassen. Jetzt muss sofort ein mit den lokalen geschäftlichen Usancen vertrauter Manager entsandt werden, um vor Ort das Heft in die Hand zu nehmen, Führung zu zeigen und die Lage zu stabilisieren. 
  • Vakanz-Überbrückung 1: Der neue Stelleninhaber wird noch gesucht oder ist bereits gefunden, steht aber noch nicht zur Verfügung. Ein Interim Manager hält bis zum Antritt des neuen Stelleninhabers die Stellung und sorgt dafür, dass die Geschäfte reibungslos weiterlaufen. Gegebenenfalls zieht er auch inzwischen unangenehme, aber notwendige Maßnahmen durch. So erleichtert er dem Neuankömmling den Einstieg. Dem Klienten einer Executive-Search-Gesellschaft fällt es leichter, sich für den Idealkandidaten zu entscheiden, auch wenn dieser im Gegensatz zu anderen Bewerbern erst in mehreren Monaten zur Verfügung steht, wenn er weiß, dass die Position zwischenzeitlich qualifiziert besetzt ist.
  • Vakanz-Überbrückung 2: Schwangerschafts- oder Krankheitsvertretung. 
    Schwangerschaftsvertretung: 
    Eine Managerin macht eine Babypause, möchte und soll aber danach ihre bisherige Position wieder einnehmen. Wenn Sie nun die Mitarbeiterin in der Zwischenzeit zum Beispiel von ihrer Stellvertreterin vertreten lassen, wird diese später nur ungern wieder ins zweite Glied zurücktreten und zwar insbesondere dann, wenn sie sich in der Position bewährt hat. Dann sind Spannungen absehbar, die sich mit einem Interim Management-Einsatz vermeiden lassen, weil so an der bestehenden Hierarchie nicht gerührt wird.

    Krankheitsvertretung: Ein wegen Krankheit ausgefallener Mitarbeiter beobachtet aus der Ferne genau, was mit seinem Arbeitsplatz während seiner Abwesenheit geschieht. Mit der zwischenzeitlichen Vertretung durch einen Interim Manager kann ein klares Signal gesendet werden, dass man von seiner Genesung ausgeht und hofft, dass er danach seine alte Position wieder übernimmt. Eine andere Art der zwischenzeitlichen Vertretung kann leicht so interpretiert werden, als ob der erkrankte Mitarbeiter in der internen Planung schon keine Rolle mehr spielt.
  • „Uncertainty“: Das Anforderungsprofil für eine Festbesetzung (Tätigkeitsbereich, Verantwortung, Positionierung) kann (noch) nicht definiert werden. Beispiel: Es ist noch nicht entschieden, ob eine Tochtergesellschaft geschlossen, weitergeführt oder verkauft wird. Hier empfiehlt es sich, die Personalsituation flexibel zu halten. Für den Fall, dass die Firma geschlossen wird, entstehen keine Personalfolgekosten; für den Fall, dass verkauft wird, erhält der Erwerber freie Hand für eigene personelle Entscheidungen. 
  • Sanierungen/Restrukturierungen überlappen sich mit einem Teil der vorgenannten Punkte und hier gilt:
    Sanierungen und Restrukturierungen sind jeweils als ein Projekt anzusehen, für das der beauftragte Interim Manager spezialisiertes Know-how mitbringt und das zeitlich begrenzt ist. Nachdem er das Unternehmen wieder in ruhiges Fahrwasser gebracht hat, kann eine dauerhaft berufene Geschäftsführung das Ruder wieder übernehmen.
  • Dringlichkeit und „Uncertainty“ sind wesentliche Merkmale einer jeden Sanierung oder Restrukturierung. Eile ist fast immer geboten und keiner der Beteiligten kann am Anfang des Prozesses absehen, ob das Unternehmen überhaupt – und wenn ja, in welcher Form – überleben wird. Damit ein klassisches Einsatzfeld für einen Interim Manager, der die ihm gestellten Aufgaben professionell erfüllt, in Bezug auf das Unternehmen aber nicht in den Kategorien von beruflicher Heimat, Sicherheit und Karriere denkt. Zudem ist es so gut wie unmöglich, erstklassige Manager für eine Festanstellung in einer Firma zu interessieren, deren Zukunft nicht absehbar ist – und die Zweitklassigen sind diejenigen, die jetzt am wenigsten gebraucht werden. 

Wie läuft der Prozess von Anfrage bis zu Tätigkeitsaufnahme des Interim Managers?

  • Sie übermitteln uns ein vorhandenes Anforderungsprofil oder wir entwickeln dieses gemeinsam mit Ihnen.
  • Wir recherchieren in unserer Datenbank mögliche Kandidaten über Suchkriterien wie Branchen-, Länder- oder Sprachenkenntnis, gefordertes Know-how, Seniorität, Restrukturierungs-oder spezialisierte Projekterfahrung. Innerhalb weniger Stunden reduzieren wir die Zahl potentieller Kandidaten von einer vier- auf eine zweistellige Zahl.
  • Wir erstellen eine Long-List unter Berücksichtigung unserer persönlichen Kenntnis von Kandidaten und „weicher“ nicht digital in einer Datenbank abbildbarer Faktoren.
  • Im persönlichen Austausch mit den Kandidaten der Long-List besprechen wir ausführlich deren „Passgenauigkeit“ zum Anforderungsprofil sowie Verfügbarkeit und Honorarvorstellungen.
  • Als Ergebnis der Gespräche ergibt sich eine Short-List von verfügbaren und interessierten Kandidaten, deren Profile wir Ihnen übermitteln.
  • Sie entscheiden, mit welchem der Kandidaten Sie sprechen wollen, entweder persönlich oder zunächst via Skype. Auf Ihren Wunsch prüfen wir parallel Referenzen und Hintergründe.
  • Nachdem Sie sich für einen Kandidaten entschieden haben, schließen wir einen Vertrag mit Ihnen und einen weiteren mit dem Interim Manager.
  • Der ausgewählte Interim Manager nimmt seine Tätigkeit bei Ihnen auf.

Nach wie viel Tagen erhalte Sie die ersten Kandidatenprofile?

Wenn gewünscht, übermitteln wir Ihnen erste Kandidatenprofile innerhalb von zwei Tagen. Innerhalb einer Woche erhalten wir in der Regel Feedback von sämtlichen potentiellen Kandidaten aus unserem Netzwerk.

Bietet Heuse Interim auch Kandidaten für Festbesetzungen an?

Nein, denn das ist ein anderer Markt. Unsere Verträge sehen aber eine Regelung vor, falls ein Kunde einen Interim Manager nach erfolgreicher Erledigung des definierten Projektes in eine Festanstellung übernehmen will.

Was kostet ein Interim Manager?

Interim Management Projekte werden tagesgenau abgerechnet. Wenn die Aufgabe erledigt ist bzw. das Projekt abgeschlossen ist, verlässt er oder sie das Unternehmen wieder. Sie sind zudem selbstständig tätig, somit fallen keine Lohnnebenkosten an, z. B.: Sozialversicherungen, Firmenwagen, Weiterbildung. Auch Kosten der Rekrutierung, Verwaltungskosten sowie zusätzliche Aufwendungen für die Freisetzung von Mitarbeitern in Festanstellung entfallen bei einem Einsatz eines Interim Managers.

Aufgrund sehr kurzer Kündigungsfristen (wenige Tage) und äußerst flexibler Gestaltung kann der Dienstvertrag für ein Interim Management-Mandat kurzfristig ohne weitere Folgen abfindungsfrei gelöst werden.

Der Interim Management Tagessatz variiert je nach Projektumfang und Verantwortlichkeit.

Was ist der Unterschied zwischen Interim Manager und Berater?

Der Unterschied zwischen Beratung und Interim Management ist, dass der Berater einem Manager in einem Unternehmen rät, dies oder jenes zu tun, wohingegen der Interim Manager es selbst tut. Zwei völlig legitime, aber eben unterschiedliche Rollen mit zumeist unterschiedlicher Sicht der Dinge.

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